Kritik an "Fairtrade" - Tee aus Indien alles andere als "fair"

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Kritik an "Fairtrade" - Tee aus Indien alles andere als "fair"

Beitrag  Thorvald am 23.02.15 23:28

"Fair" gehandelt ist nicht immer ökologisch nachhaltig
Viele Verbraucher kaufen fair gehandelte Lebensmittel in dem Glauben, dadurch auch ökologisch nachhaltige Produktion zu fördern. Das neueste ARD radiofeature "Fair-giftet" (Produktion: SWR) zeigt, dass die Realität auch anders aussehen kann: Autor Philipp Jusim fand in fair gehandelten Tees von zertifizierten Plantagen in Indien gefährliche Pestizide, die nach Ansicht diverser Umweltorganisationen verboten werden sollten. Zu hören war das neue ARD radiofeature ab Dienstag, 17. Februar 2015, in sieben Wort- und Kulturwellen der ARD und im Internet unter www.radiofeature.ard.de. Hier ist auch der Podcast zum downloaden und nachhören (http://www.ard.de/home/radio/das_ARD_radiofeature/272100/index.html).

"Fairtrade" bestätigt Einsatz von Pestiziden

Den Einsatz gefährlicher Pestizide hat der Zertifizierer "Fairtrade" schriftlich bestätigt: "Wir müssen zugeben, dass die Standardliste von Fairtrade International bei weitem nicht alle Pestizide verbietet, die die Europäische Union, die US-Umweltschutzbehörde (EPA), die Weltgesundheits­organisation (WHO), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sowie Greenpeace und das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN) als gefährlich oder hochgefährlich einstufen", heißt es in einem Schreiben an den Autor. Inwieweit Tee von diesen Plantagen auch hierzulande in den Handel gelangt, lässt sich nicht ohne weiteres nachvollziehen. 

Tee-Arbeiter sind gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt

Die Arbeiter und ihre Familien, die auf den entsprechenden Tee-Plantagen leben, sind nicht nur gesundheitlichen Gefahren durch den Pestizideinsatz ausgesetzt. Auch Arbeitsbedingungen und Löhne haben sich durch den vermeintlich fairen Handel oft nicht verbessert. Meist wissen sie nicht einmal, dass sie auf einer zertifizierten Plantage arbeiten. Dies alles scheint jedoch die internationalen Zertifizierer wenig zu interessieren. "Wir sind kein Biosiegel, sondern ein Sozialsiegel. Und wenn wir es hier schaffen, ein paar 100 Tonnen mehr abzusetzen, dann ist das dem Bauern vor Ort erst mal egal. Hauptsache sie können endlich mehr Ware absetzen", erklärt Dieter Overath, Geschäftsführer der Entwicklungshilfe-Organisation TransFair.

Keine gesetzlichen Vorschriften für fairen Handel

Für Verbraucher ist kaum zu durchschauen, welche Fair-Siegel tatsächlich unbedenklich und "fair" sind – denn die gibt es durchaus. Der Begriff ist nicht geschützt und es gibt keine gesetzlichen Vorschriften für fairen Handel. Allein in Deutschland konkurrieren mehr als zwölf Siegel, die Fairness, gerechten Handel, Nachhaltigkeit und ökologische Produktion geloben.
Autor: Philipp Jusim


Insofern ist die Fairness auch gegenüber uns Verbrauchern sehr nachdenklich zu beurteilen. Die Projekte, die in direktem Kontakt zu den Erzeugern aus den Herkunftsländern stehen wie GEPA und einige andere sind hiervon zur Zeit ausdrücklich ausgenommen.
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