Alte funktionsfähige PCs und Notebook ... verschrotten oder was?

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Alte funktionsfähige PCs und Notebook ... verschrotten oder was?

Beitrag  Thorvald am 22.05.14 2:08

Microsoft hat den Support des Betriebssystems "Windows XP" eingestellt. Aber noch ca. 20% der Computer nutzen diese Basis. Den Umstieg auf neue Windows-Betriebssysteme verkraftet längst nicht jeder Computer - und Aufrüsten lohnt nur bei genauem Hinsehen. Bitte Vorsicht bei der Beratung im Handel: Verkäufer in Ketten sind oft wenig bis garnicht fachkundig in diesem Bereich, auch wenn sie anderes behaupten. Auf dem alten Betriebssystem weiter arbeiten ist zumindest im Internet eine echte Gradwanderung und wenig ratsam, wenn dort Passwörter, Emailverkehr, Shopping oder persönliche Internetsuchaufträge abgewickelt werden. Bei Bewerbungen oder pesrönlichen Schriftverkehr in Form von Briefen an Versicherungen, Banken oder sonstigen Vorgängen wird es noch gefährlicher. Der Schutz nimmt sprichtwörtlich von Tag zu Tag ab.

Doch was tun? Verschrotten? Verkaufen?  Das Risiko mit dem veralteten XP im Internet eingehen?

Beispiel: Ein Notebook "TravelMate 4062WLMi" der Marke "Acer" war ca. 6 Jahre alt. Funktionsfähigkeit unter XP war kein Problem. Eine Aufrüstung des Arbeitsspeichers war möglich. Ein Upgrade auf Windows 8.1 wurde aufgespielt. Alles funktionierte nach 2 Tagen Kampf - nur ein Audiotreiber ließ sich nicht besorgen (diverse Foren berichteten das Gleiche): also kein Klang, kein Video, kein Internettelefonat möglich und ein Diktat direkt am PC auch nicht. Letztlich lag es an einem einzigen Treiber, wodurch das Gerät unter Windows 7 oder 8.1 nur sehr amputiert einsetzbar gewesen wäre. Unter Linux ist es weiter voll einsetzbar, allerdings muss der Nutzer sich hier in neue Programme einarbeiten.

Lösung 1: Umstieg auf Linux .. hier konkret Ubuntu V. 13. Alle Treiber laufen auf dem aktuellen Linux-System und das Gerät ist weiterhin voll einsatzfähig. Aber: eine Umstellung auf ein anderes Programmhandling (z.B. statt Microsoft Office nun OpenOffice) ist unumgänglich. Da diese Versionen zumeist kostenlos sind, investiert man persönliche Kennenlernzeit in ein System, auch später Kosten zu sparen. Denn diese Linuxvarianten und die damit verbundenen Programme dürften noch lange kostenlos verfügbar bleiben. Später könnte man auch neue PCs ohne Betriebssystem günstiger erwerben und sofort Linux aufspielen (oder Windows und Linux parallel betreiben).

Lösung 2: Verkaufen, nachdem man die Festplatte mindestens 3x (besser 7x) formatiert hat (aber Schnellformatierung bitte unterlassen!). Erst nach diesem Aufwand darf man sicher sein, dass gelöschte Privatdaten auch nicht mehr wieder zu beleben sind. Es ist in Fachkreisen bekannt, dass "alte Festplatten" oder "solche Alt-Geräte" gerne von organisierten Verbrecherkreisen massenweise aufgekauft werden, um die Platten zu reorganisieren ... und dann nach Erpressungspotentialen oder gar Passwörtern zu durchforsten. Es klingt nach Aufwand: aber konket ist es keiner. Das erledigen alles Programme. 10 Geräte zu oftmals weiter unter 100 Euro Ankauf bei Ebay und anschließend nur ein Treffer mit 2000 Euro Gewinn (zumeist deutlich mehr) macht das ganze lukrativ. Also: erst formatieren, das Betriebssystem beilegen oder sogar aufpielen - dann verkaufen.

Lösung 3: Verschrotten, weil alles andere einem zu aufwendig ist oder zu risikoreich. Für die Verschrottung gilt auf jeden Fall auch die Notwendigkeit der 7-fachen Formatierung. Denn die PCs werden gezielt abgeholt und weiter verkauft. Wer die Formatierung nicht beherrscht und auch niemanden darum bitten kann, sollte die Festplatte mit einem Hammer zerstören. Auch wenn das Gerät dabei völlig zu Bruch geht => der Sondermüll nimmt auch solche Geräte an. Ein paar kräfte Hammerschläge direkt auf die Festplatte machen eine Wiederherstellung derart aufwendig bis unmöglich, dass diese Prozedur nicht mehr lohnt - auch für die Mafia nicht.

Lösung 4: Diese Lösung ist keine! Das Gerät weiter betreiben und im Internet einsetzen erscheint nur verführerisch einfach zu sein. Tatsächlich ist es das nicht. Doch leider dürften die meisten Privat-Nutzer aus Unkenntnis oder Lustlosigkeit, den anderen Aufwand der Lösung 1 zu betreiben, diese Version vorziehen. Leider! Sie gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen User im Internet mit. Denn diese PCs werden zur Basis für Fremdangriffe auf andere.
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