Modernes Einkaufen ... ohne Zerschlagung der Infrastruktur vor Ort

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Modernes Einkaufen ... ohne Zerschlagung der Infrastruktur vor Ort

Beitrag  Thorvald am 04.03.15 7:28

Bei bestimmten Anschaffungen ist ein Online-Angebot manchmal "scheinbar" unschlagbar. Aber es gibt auch neben den monitären Vorteilen klare Nachteile - manche kurzfrister und manche langfristiger Natur.
Meine Vorgehensweise beim Autokauf ist bei bestimmten und vor allem größeren Geldausgaben für mich symptomatisch.

  1. Ich erkunde mein Budget und lege eine maximale Ausgabengrenze fest.
  2. Dann darf jeder, der dieses Teil mitnutzt, benennen, was ihm oder ihr besonders wichtig ist oder wofür er/sie es primär einsetzen möchte. Diese Punkte werden dann gewichtet (z.B. eine einmalige 1000km-Tour im Jahr fällt anders ins Gewicht als tägliche 30km-Touren; die Autofarbe ist weniger wichtig als der Verbrauch oder der CO²-Wert, usw.).
  3. Im Falle vom Fahrzeug werden die verschiedenen Testergebnisse und Erfahrungsberichte konsultiert.
  4. Der Kreis der möglichen PKWs wird eingegrenzt und nach "Schnäppchen-Angebote" Ausschau gehalten.
  5. Die Entfernungen zum örtlichen Händler werden berücksichtigt.
  6. Es werden Internetforen zu den verschiedenen PKW-Typen gesucht und besucht. Dort stehen manchmal hochinteressante Dinge drin, die eine Kaufentscheidung mit beeinflussen können.
  7. Schließlich werden die ersten örtlichen Händler aufgesucht, um mal konkret Platz zu nehmen und es live zu begutachten.
  8. Zwei bis drei Internetportale werden um konkrete Angebote angeschrieben.
  9. Das günstigste Angebot wird dem Vorort-Händler als Preisvorstellung genannt.
  10. Nach basarartigem Feilschen werden die Angebote miteinander verglichen. Dabei kommt auch zum Ausdruck, dass ich gewillt bin, den Service vor Ort im Internet zu bewerten. (Steigert manchmal die Motivation zusätzlich.) Hierfür ist wichtig, dies nicht als Drohung zu vermitteln, sondern als Chance - für gegenseitiges Geben und Nehmen nach dem Motto: Erlebe Gutes und rede darüber. Dazu ist gut, wenn schon klar ist, wo diese Bewertung erfolgen kann (in meinem Fall wußte der Händler noch nicht einmal von dem Bewertungsportal bei Google).
  11. Das örtliche Angebot wird auch bei geringem Nachteil im Preis dennoch der Vorzug gegeben, denn dort muss ich im Falle vom PKW auch die Servicedienstleistungen in Anspruch nehmen.
  12. Fazit: Diese oder ähnliche Vorgehensweise habe ich schon häufiger durchgeführt. In meinem Fall kam so ein Preisvorteil von ca. 20% beim örtlichen Händler heraus, was zunächst als vollkommen ausgeschlossen dargestellt wurde. Interessanterweise reagieren viele Händler dann positiv, wenn sie von mir erfahren, dass ich lieber bei ihnen vor Ort einkaufen würde.

Klar gibt es auch meinerseits Online-Einkäufe. Doch dann muss es aus Zeitgründen oder aus deutlichen Preisunterschieden für mich kaum anders gehen. Denn die örtliche Infrastruktur der Einzelhändler bringt auf Dauer deutliche Vorteile gegenüber den reinen Internetplattformen. Jede Unstimmigkeit ist im Internet oft sehr viel schwerer durchzusetzen und oft auch mit mehr Aufwand verbunden. Die örtliche Gemeinde benötigt auch für meine Bedürfnisse Steuereinnahmen - was eben auch durch den örtlichen Händler kommt. Die Angebotsvielfalt kann nur durch viele Händler aufrechterhalten werden. Konzerne unterminieren oft sowohl die Steuermoral wie auch das wichtige Rückgrad einer gesunden Gesellschaft in Form von einer möglichst breiten Mittelschicht. Die Arbeitsplätze vor Ort kommen meistens von Arbeitgebern ohne Konzernbindung.

Mein Kaufergebnis findet Ihr übrigens HIER.
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